I’m singing in the Rain

Rudi und ich reißen die Arme hoch und schreien. Einfach so. Vor Freude. Ines streckt die Arme aus wie eins Leonardo di Caprio und fühlt sich wie der König der Welt. Das donnernde Wasser der Victoriafälle macht irgendwas mit uns. Etwas Seltsames. Aber Schönes.

Auf 1.700 Metern donnert das Wasser bis zu 108 Meter in die Tiefe. „Donnernder Rauch“ heißen die Fälle bei den Einheimischen, beides stimmt: Es donnert die ganze Zeit und so viel Gischt fliegt in den Himmel, dass es wie ein gigantisches Lagerfeuer erscheint. Schon vom Flugzeug aus gestern haben wir den Sprühnebel sehen können.

Wir bekommen lustige Plastikumhänge und gönnen uns erst mal ein Gruppenfoto mit Livingstone, dem europäischen Entdecker der Fälle. Er kam im November hierher, also nach der Trockenzeit und konnte deshalb gefahrlos bis zur Insel gelangen, die heute seinen Namen trägt und an der Abbruchkante liegt. Wir sehen sie nur durch einen dichten Schleier.

Der Weg führt durch den Regenwald gegenüber der Fälle, je weiter wir kommen, desto weniger sehen wir. Jedem läuft das Wasser irgendwo rein und einer wünscht sich, dass die Damen ohne den Regenschutz unterwegs sind. Tatsächlich treffen wir auch einige Touristen, die ohne Plastikpellerine unterwegs sind. Beim Wet-T-Shirt-Contest würden sie aber auch keine Chance haben, sie ähneln eher begossenen Pudeln.

Teilweise stehen wir mitten in der Gischt, das ist der Moment, an dem Rudi und ich zu schreien anfangen. Es ist so naß und laut, dass es niemanden stört. Walburga und Eberhard sind die letzten, die hier noch fotografieren, weil sie sich professionelle Kameraüberzieher mitgenommen haben. Ich habe nur die Handy-Kamera dabei und lasse sie stecken. Man sieht ja eh nichts.

Während der Trockenzeit kann man mehr Bilder machen, weil die Gischt nicht so intensiv ist, aber jetzt am Ende der Regenzeit ist das Erlebnis größer und wir sind einfach nur glücklich.

Zurück im Hotel gönnen wir uns noch einen kleinen Snack mit Affen-Animation. Auf dem Rasen neben dem Restaurant ist eine Horde junger Meerkatzen am Raufen. Und wenn sie sich nicht knuffen und beißen und von Baumstämmen werfen, dann treiben sie sich bemüht unauffällig im Restaurant herum und hoffen auf eine Unaufmerksamkeit, um was vom Teller zu klauen. Es ist einfach entzückend  und ein weiterer Moment großer Ausgelassenheit an diesem wundervollen Vormittag.

Und das Beste: der Tag ist noch nicht vorbei!

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